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Redaktionsplan: So planst du deine Blogartikel, ohne den Faden zu verlieren

Mit einem einfachen Redaktionsplan veröffentlichst du regelmäßig, verpasst keine wichtigen Termine und hast weniger Stress. So baust du deinen ersten Plan in fünf Schritten.

Andreas Sobing · · 5 Min. Lesezeit

Stell dir vor, dein Unternehmen startet einen Corporate Blog. Die ersten Wochen laufen super: Das Team ist motiviert, die Ideen sprudeln, fast jede Woche erscheint ein neuer Beitrag. Dann kommt das Quartalsende, ein Produktlaunch, die Urlaubszeit. Und irgendwann merkst du: Der letzte Beitrag ist zwei Monate alt.

Deine Leser kommen vorbei, sehen nichts Neues und klicken weg. Viele kommen nicht wieder. Und auch Google merkt, dass sich auf der Seite nichts mehr tut.

Das passiert fast jedem Unternehmen, das bloggt. Und es gibt ein ziemlich einfaches Mittel dagegen: einen Redaktionsplan.

Was ist ein Redaktionsplan?

Ein Redaktionsplan ist der Fahrplan für deine Inhalte. Darin steht, wann welcher Artikel erscheint, worum es geht, für wen er gedacht ist und wer ihn schreibt. Er macht aus einzelnen Ideen ein planbares Content-Marketing.

Zeitungen arbeiten seit Ewigkeiten so. Sonst wüsste dort niemand, was morgen gedruckt wird.

Du brauchst dafür kein teures Programm. Ein Blatt Papier geht. Eine Tabelle in Excel oder Google Tabellen ist praktischer, weil du sie leicht ändern kannst. Größere Teams nutzen oft Programme wie monday, Asana oder Airtable. Für den Anfang reicht aber wirklich eine einfache Tabelle.

Warum lohnt sich das?

Weil du dann regelmäßig etwas veröffentlichst. Wenn deine Leser wissen, dass jeden Dienstag ein neuer Fachartikel kommt, schauen sie am Dienstag vorbei oder abonnieren deinen Newsletter. Kontinuität schafft Vertrauen, bei Lesern wie bei Suchmaschinen.

Du verpasst außerdem keine wichtigen Termine mehr. Ein Artikel zu Black Friday bringt dir am 2. Dezember nichts. Mit Plan siehst du schon im Oktober, dass du ihn schreiben musst, und kannst ihn mit Kampagnen, Newsletter und Social Media abstimmen.

Und du hast weniger Stress. Kennst du das: Freitagnachmittag fällt auf, dass am Montag eigentlich ein Beitrag erscheinen sollte? Genau das vermeidet der Plan. Du siehst Wochen vorher, was ansteht, und kannst Kollegen, Freigaben und Grafiken rechtzeitig einplanen.

Was kommt in die Tabelle?

Jede Zeile ist ein Artikel. Die Spalten sagen dir alles, was du über diesen Artikel wissen musst:

  • Datum: Wann soll der Artikel online gehen?
  • Thema: Worum geht es?
  • Für wen: Welche Zielgruppe oder Persona soll das lesen? Einsteiger, Entscheider, Bestandskunden?
  • Format: Fachartikel, Liste, Interview, Case Study, Video?
  • Wer schreibt: Wichtig, wenn ihr zu mehreren seid.
  • Abgabe bis: Bis wann muss der Text fertig sein? Am besten ein paar Tage vor dem Datum.
  • Suchwörter: Welche Wörter tippen Leute bei Google ein, wenn sie so etwas suchen?
  • Was danach? Was soll der Leser nach dem Lesen tun? Ein Whitepaper herunterladen, den Newsletter abonnieren, eine Demo anfragen?
  • Status: Idee, in Arbeit, fertig oder veröffentlicht.

So könnte das zum Beispiel für den Blog eines Software-Anbieters aussehen:

Datum Thema Format Abgabe bis Status
6. Nov. 10 Fehler bei der CRM-Einführung Liste 30. Okt. fertig
13. Nov. Black-Friday-Kampagne in 5 Schritten Anleitung 6. Nov. in Arbeit
20. Nov. Interview mit unserem Head of Sales Interview 13. Nov. Idee
4. Dez. Case Study: 30 % mehr Leads mit Automation Case Study 27. Nov. Idee

Wenn mehrere Leute oder Abteilungen beteiligt sind, kannst du später noch mehr Spalten ergänzen. Zum Beispiel, wer einen Text freigibt, auf welchen Kanälen er verbreitet wird oder welcher Titel im A/B-Test steht.

In fünf Schritten zu deinem ersten Plan

  1. Überleg dir, für wen du schreibst. Für Einsteiger, die ein Problem verstehen wollen? Für Entscheider, die Lösungen vergleichen? Davon hängt ab, welche Themen und welche Tiefe passen.
  2. Sammle Ideen. Leg dir eine Ideenliste an und schreib alles auf: Fragen aus dem Vertrieb, Support-Tickets, Suchbegriffe, Themen der Konkurrenz. Auch die ungewöhnlichen Ideen. Sortieren kannst du später.
  3. Entscheide, wie oft du veröffentlichen willst. Sei ehrlich zu dir und deinem Team. Ein Artikel pro Woche, den ihr wirklich schafft, ist besser als drei, die nach einem Monat versanden.
  4. Trag zuerst die festen Termine ein. Produktlaunches, Messen, saisonale Anlässe wie Black Friday oder Jahresplanung, Urlaubszeiten. Danach füllst du die Lücken mit deinen anderen Ideen.
  5. Setz die Abgabe früher als das Datum. Dann hast du Luft, wenn mal was dazwischenkommt. Und irgendwas kommt immer dazwischen.

Aus einem Thema werden mehrere

Der Plan hilft dir auch beim Ideenfinden. Wenn du ihn vor dir siehst, merkst du schnell, dass ein großes Thema oft mehrere kleine Artikel liefert.

Sagen wir, du schreibst über die Einführung eines neuen CRM-Systems. Daraus kannst du eine Checkliste zur Auswahl machen, einen Erfahrungsbericht aus dem Projekt und einen Artikel über typische Fehler. Drei Artikel aus einem Thema, dazu Material für Newsletter und LinkedIn.

Du siehst im Plan auch, wann dir die Ideen zufliegen und wann eher Flaute ist. In den Flauten weißt du dann: Jetzt muss ich mich mal hinsetzen und nachdenken.

Ab und zu draufschauen

Alle paar Monate lohnt sich ein Blick zurück. Stell dir dabei ein paar Fragen:

  • Welche Artikel wurden besonders oft gelesen, und welche haben Leads oder Anfragen gebracht?
  • Schreibe ich zu oft über dasselbe?
  • Gibt es Themen, die meine Leser interessieren und die ich bisher vergessen habe?
  • Passen meine Themen noch zu den Leuten, für die ich schreibe?
  • Schaffe ich meinen Rhythmus, oder habe ich mir zu viel vorgenommen?

Die Antworten zeigen dir, was du ändern solltest. Vielleicht schreibst du dann weniger Listen und mehr Anleitungen, weil die besser ankommen.

Mein Tipp: Fang klein an

Viele bauen am ersten Tag eine riesige Tabelle mit zwanzig Spalten und Farben. Nach einer Woche öffnen sie die Datei nicht mehr, weil das Ausfüllen zu lange dauert.

Mach es lieber einfach. Fünf Spalten reichen: Datum, Thema, Format, Abgabe und Status. Wenn du merkst, dass dir etwas fehlt, ergänzt du es. Ein kleiner Plan, den du jede Woche benutzt, bringt dir mehr als ein perfekter, der nur rumliegt.

Du planst Newsletter statt Blogartikel? Dann lies auch, wie du einen Redaktionsplan für dein E-Mail-Marketing erstellst.

Quelle und weiterführend: HubSpot – Der Redaktionsplan für Ihr Content-Marketing

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