![]()
Eine erfolgreiche CRM-Strategie richtet alle Unternehmensaktivitäten darauf aus, profitable Kundenbeziehungen aufzubauen. Bevor du mit Einzelmaßnahmen startest, lohnt ein Blick auf die übergeordneten Ziele und Grundprinzipien des Customer Relationship Management. In diesem Artikel erfährst du, welche Ziele typischerweise mit CRM verfolgt werden – wie z.B. Kundenbindung und Kundenwertsteigerung – und welche strategischen Leitlinien („Dos and Don’ts“) es in der CRM-Strategie gibt. Diese Grundlagen helfen dir, ein schlüssiges CRM-Konzept für dein Unternehmen zu entwickeln.
Ziele des Kundenbeziehungsmanagements
Jedes Unternehmen kann eigene Schwerpunkte setzen, doch im Kern lassen sich vier Hauptziele von CRM ausmachen:
-
Kundenerträge steigern: Im Wesentlichen soll CRM dazu führen, pro Kunde mehr Deckungsbeitrag zu erzielen. Durch Cross-Selling (Verkauf ergänzender Produkte) oder Upselling (hochwertigere Angebote) kann der Umsatz je Kunde erhöht werden.
-
Kundenpotential ausschöpfen: Viele Kunden haben ungenutztes Potential. CRM zielt darauf, dieses Potential zu identifizieren (z.B. über Kaufhistorie, Interessen) und gezielt anzusprechen. So verbessert sich der Ertrag aus jedem Kunden insgesamt.
-
Fokus auf profitable Kunden: Nicht alle Kunden sind gleichermaßen wertvoll. CRM hilft, profitable Kundensegmente zu erkennen und Ressourcen dort zu konzentrieren. Das bedeutet keineswegs, unprofitable Kunden zu ignorieren – aber der Betreuungsschwerpunkt liegt auf den Kunden mit dem höchsten Wert.
-
Kundenbindung verstärken: Ein zentrales Ziel ist die Steigerung der Kundenloyalität. Langfristige Kundenbeziehungen sind wirtschaftlich wertvoll. Durch CRM-Maßnahmen soll die Abwanderungsrate sinken und die Zufriedenheit steigen, damit Kunden dem Unternehmen treu bleiben.
Diese Ziele gehen über das hinaus, was klassisches Marketing früher leisten konnte. CRM kombiniert Marketing, Vertrieb, Service und Datenanalyse, um diese Ziele messbar zu erreichen. Wichtig ist, dass du für dein Unternehmen klare Zielgrößen definierst – z.B. Kundenzufriedenheitsindex verbessern, Wiederkaufrate steigern oder Anzahl Beschwerden senken. Solche KPIs ermöglichen später die Erfolgskontrolle der CRM-Strategie.
Grundprinzipien einer erfolgreichen CRM-Strategie
Um die genannten Ziele zu erreichen, hat sich eine Reihe von Grundprinzipien bewährt, die deine CRM-Strategie leiten sollten. Diese Prinzipien markieren jeweils einen Paradigmenwechsel gegenüber traditionellem Vorgehen:
-
Kundenorientierung statt Produktorientierung: Entwickle nicht erst ein Produkt und suche dann Kunden dafür, sondern gehe von den Wünschen der Kunden aus. Biete Lösungen an, die genau auf Kundenbedürfnisse zugeschnitten sind, statt Einheitsprodukte zu pushen.
-
Kundendifferenzierung statt Gleichbehandlung: Erkenne Unterschiede im Wert der Kunden. Teile deine Kunden in Segmente (z.B. A-, B-, C-Kunden) ein und behandle sie entsprechend ihrer Bedeutung für dein Unternehmen unterschiedlich. Beispiel: Premium-Kunden erhalten intensivere Betreuung als Gelegenheitskäufer.
-
Multikanal-Strategie statt Kanal-Silos: Koordiniere alle Kommunikationskanäle mit dem Kunden (persönlich, Telefon, E-Mail, Social Media etc.). Der Kunde sollte kanalübergreifend ein einheitliches Erlebnis haben. Informationen müssen intern vernetzt sein, damit nicht jeder Kontakt “bei Null” beginnt.
-
Bedürfnisorientierter Service statt Einheitsangebot: Biete variablen Service je nach Kundenwunsch. Ein Kunde mit hohem Servicebedarf kann z.B. Premium-Support erhalten, während ein anderer eher Self-Service-Angebote nutzt. Passe deine Service-Level an, statt jeden Kunden gleich (durchschnittlich) zu bedienen.
-
Individualisierung statt Standardisierung: Wo möglich, lass dem Kunden Wahlmöglichkeiten und personalisiere Angebote. Zum Beispiel konfigurierbare Produkte: Der Kunde kann das Produkt nach seinen Bedürfnissen zusammenstellen (dies erhöht auch die Bindung, da er genau bekommt, was er will).
-
Zielgenauigkeit statt Streuprinzip: Verabschiede dich vom Gießkannen-Marketing. Setze Marketingmaßnahmen zielgerichtet ein – z.B. Mailings nur an Kunden mit hoher Affinität. Moderne CRM-Systeme unterstützen dich dabei, Zielgruppen mit hoher Response-Wahrscheinlichkeit zu identifizieren. Qualität geht vor Quantität.
-
Bedarfsorientierung statt Technikorientierung: Features um der Technik willen sind out. Statt Produkte mit maximaler technischer Finesse zu entwickeln, konzentriere dich auf nützliche Features. Biete dem Kunden nur das, was er wirklich braucht und nutzt – alles andere kostet nur Geld und verwirrt eventuell.
-
Lösungen statt Produktkatalog: Erspare dem Kunden mühsames Suchen in Katalogen. Finde heraus, welches Problem der Kunde lösen möchte, und präsentiere ihm die passende Lösung. Dieses Prinzip spiegelt die Idee wider, dem Kunden Arbeit abzunehmen und ihn mit Beratung zu unterstützen, anstatt ihn allein durch Produktlisten zu schicken.
-
Aktion statt Reaktion: Warte nicht, bis der Kunde ein Problem meldet, sondern antizipiere Kundenbedürfnisse. Proaktive Ansprache – etwa Erinnerungen an Wartungen, Vorschläge für Nachbestellungen, frühzeitige Angebote – verhindert, dass der Kunde zur Konkurrenz geht, bevor du reagierst.
Diese Grundsätze bilden eine Art Kompass für deine CRM-Strategie. Sie helfen dir bei Entscheidungen: Passt eine geplante Maßnahme zu diesen Prinzipien? Zum Beispiel, macht eine Massen-E-Mail an alle Kunden Sinn (-> Streuprinzip, vermutlich nein) oder lieber eine gezielte Kampagne an einen ausgewählten Kreis (-> Zielgenauigkeit, ja!).
Kundenbindung im Zentrum der CRM-Strategie
Hervorzuheben ist das Thema Kundenbindung. Warum legen wir so viel Wert darauf? Zum einen, weil langfristige Kundenbeziehungen profitabler sind – Stammkunden kaufen häufiger und sind oft weniger preissensibel. Zum anderen bringen loyale Kunden durch Mundpropaganda neue Kunden. Eine CRM-Strategie ohne gezielte Kundenbindungs-Maßnahmen wäre unvollständig.
Typische Ansätze zur Kundenbindung innerhalb der CRM-Strategie sind zum Beispiel:
-
Bonus- und Treueprogramme: Belohne loyale Kunden durch Rabatte, Prämien oder exklusive Vorteile. Solche Programme (denk an Flugmeilen, Payback etc.) erhöhen die Wechselkosten für Kunden und bieten zusätzlichen Nutzen.
-
Individualisierte Ansprache: Kommuniziere regelmäßig persönlich mit deinen Top-Kunden. Geburtstagsgrüße, personalisierte Angebote oder Einladungen zu Kundenevents zeigen Wertschätzung.
-
Hervorragender Kundenservice: Stelle sicher, dass Anfragen schnell und kompetent beantwortet werden. Ein gut organisiertes Beschwerdemanagement kann unzufriedene Kunden retten – Beschwerden bieten dir zudem wertvolle Hinweise zur Verbesserung.
-
After-Sales-Betreuung: Pflege den Kontakt nach dem Verkauf. Frage z.B. nach, ob alles in Ordnung ist, oder gib Nutzungstipps. So fühlt sich der Kunde nicht als “abgehakt”, sondern betreut. Dies fördert Vertrauen und Zufriedenheit.
Diese Maßnahmen greifen die oben genannten Prinzipien praktisch auf (z.B. Aktion statt Reaktion durch proaktives Nachfassen, Kundendifferenzierung durch Fokus auf Top-Kunden, Individualisierung durch personalisierte Angebote).
Voraussetzungen für erfolgreiches CRM
Bevor du nun loslegst, bedenke ein paar Voraussetzungen für die Umsetzung von CRM im Unternehmen:
-
Management Commitment: Die Geschäftsführung muss hinter der CRM-Strategie stehen. Ohne Rückhalt “von oben” wird eine kundenorientierte Ausrichtung schwer durchzusetzen sein.
-
Mitarbeiterschulung und -motivation: Alle beteiligten Mitarbeiter sollten geschult werden, warum CRM wichtig ist und wie neue Prozesse/Tools funktionieren. Motivierte und kundenorientierte Mitarbeiter sind die Träger der CRM-Philosophie.
-
Daten und Infrastruktur: Du brauchst eine gewisse Datenbasis über deine Kunden (Kaufhistorie, Kontakte etc.), um CRM betreiben zu können. Falls solche Daten fehlen, ist ein erster Schritt, sie zu erfassen. Moderne IT-Systeme können hier helfen – sie müssen aber in bestehende Abläufe integriert werden.
-
Kundenperspektive einnehmen: Ein Mindset-Shift ist nötig: Weg von innenorientiertem Denken (“Was wollen wir verkaufen?”) hin zu außenorientiertem Denken (“Was braucht der Kunde wirklich?”). Diese Kulturänderung passiert nicht über Nacht, ist aber essenziell.
Wenn diese Grundlagen erfüllt sind, kannst du deine CRM-Strategie erfolgreich planen und umsetzen. Im nächsten Artikel der Serie schauen wir uns an, wie man CRM schrittweise einführt – denn ein solcher Kultur- und Strategieumbau gelingt oft am besten in Etappen statt in einem radikalen Umsturz.
Sieh dir auch diesen Beitrag von mir an: Kundenzufriedenheit und Kundenbindung: Warum sie entscheidend für deinen Erfolg sind





