
Viele glauben: Gutes Prompting funktioniert nur mit maximaler Detailtiefe. Zielgruppe, Budget, Tonalität, Kanäle, Beispiele, Einschränkungen – am besten seitenlang. Das stimmt oft. Aber es gibt eine Abkürzung, die besonders dann hilft, wenn du schnell von „Idee“ zu „kampagnenfähigem Material“ kommen willst.
In diesem Artikel zeige ich dir ein simples System aus Ein-Wort-Kurzbefehlen (Frameworks), die du in der richtigen Reihenfolge an eine KI gibst. Das Entscheidende ist nicht die Länge deines Inputs, sondern die Struktur. Denn die Struktur zwingt dich (und die KI), das Problem Schritt für Schritt zu lösen – statt direkt „Mach mir Werbung“ zu rufen und dann generische Ergebnisse zu bekommen.
Als Beispiel nutzen wir eine lokale Videothek, aber das System funktioniert genauso für jeden Laden, jedes Produkt und jede Dienstleistung.
Video zu Ein Wort Prompts für dein Marketing
Warum Ein-Wort-Prompts funktionieren
Stell dir Prompting wie einen Marathon vor: Besserer Input führt meist zu besserem Output. Nur: Wenn die Reihenfolge falsch ist, hilft auch viel Text nicht.
Die Ein-Wort-Befehle sind im Kern Mini-Frameworks. Sie sorgen dafür, dass du:
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erst den Kunden schärfst,
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dann den Kaufgrund formulierst,
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anschließend das Angebot baust,
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und erst danach Creatives, Copy und Einwände erzeugst.
Das Ergebnis: weniger „klingt nett“, mehr „kann morgen live gehen“.
Das System: 8 Ein-Wort-Prompts in der richtigen Reihenfolge
1) ICP – Ideal Customer Profile
Ziel: Wer ist dein perfekter Kunde?
Ohne ICP ist jede Kampagne ein Schrotflintenschuss. Mit ICP wird es ein Laser.
Beispiel-Prompt:
ICP, lokale Videothek in [Stadt]
Typischer Output (Beispiele):
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Nostalgiker (30–55), liebt Filmklassiker, ist streaming-müde
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Filmnerds, sucht Raritäten und Spezialeditionen
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Familien, will „sichere“ Filmauswahl mit Alterslabels
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Date-Night-Paare, will schnell eine gute Entscheidung ohne Stress
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Kanäle: Instagram, lokale Gruppen, Schaufenster, Google Business
2) USP – Unique Selling Proposition
Ziel: Warum kauft man bei dir und nicht woanders?
Der USP ist dein klarer Kaufgrund – nicht „wir sind nett“, sondern „darum lohnt es sich“.
Beispiel-Prompt:
USP, lokale Videothek, Zielsegmente: Familien, Nostalgiker, Filmnerds, DateNight
Mögliche USPs (Beispiele):
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„Kein Scrollen mehr: Wir empfehlen den perfekten Film in 60 Sekunden.“
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„Raritäten und Klassiker, die Streaming nicht hat.“
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„Kuratiertes Team + Genrekarten + Mini-Beratung.“
3) Offer – Angebotslogik
Ziel: Was genau kauft der Kunde?
Oft scheitert Marketing nicht am Creative, sondern am Angebot. Die Offer-Logik senkt Hürden und macht den Kauf leicht.
Beispiel-Prompt:
Offer, lokale Videothek, USP: kuratiert + Raritäten + Erlebnis
Beispiel-Angebot:
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Filmabend Express: 1 Film + Snack + Kurzberatung, 7–12 €
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Risikoreduzierer: „Wenn du keinen Film findest, zahlst du nur den Snack.“
4) Angle – Kampagnenperspektive
Ziel: Aus welcher Perspektive argumentierst du?
Angles werden oft mit Hooks verwechselt. Der Angle ist die Argumentationslinie, der Hook ist der Stopper-Satz.
Beispiel-Prompt:
Angle, Filmabend Express, Familienwochenende, Klassiker-Pass
Beispiel-Angles:
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Streamingmüdigkeit: weniger Auswahlstress, mehr Filmabend
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Nostalgie + Lokal: „Der Klassiker-Moment, den Streaming vergessen hat“
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Date-Night-Erlebnis: „Entscheidung in 60 Sekunden, Stimmung bleibt“
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Familienrettung: „Freitag lösen wir dein Wochenende“
5) Hook – der Stopp in den ersten Sekunden
Ziel: Scroll-Stopp in 1–2 Sekunden.
Beispiel-Prompt:
Erstelle 15 Hooks für Reels/TikTok, Angebot: Filmabend Express
Beispiel-Hooks:
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„Wie lange scrollst du heute wieder?“
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„Filmabend in 60 Sekunden entschieden.“
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„Netflix hat’s nicht. Wir schon.“
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„Freitag, Kinder wach – Plan fehlt? Wir haben ihn.“
6) PAS (im Transkript als „PRS“) – Problem, Agitate, Solution
Ziel: Klassische Copy-Struktur für Ads, Reels, Landingpages.
Beispiel-Prompt:
PAS, Angebot: Filmabend Express, Zielgruppe: Date-Night-Paare
Beispiel-Output (sinngemäß):
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Problem: Filmabend geplant, aber ihr scrollt ewig.
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Agitate: Nach 30 Minuten ist die Stimmung weg.
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Solution: Kommt vorbei – in 60 Sekunden Empfehlung + Snack als Start.
7) AIDA – Attention, Interest, Desire, Action
Ziel: Struktur für längere Werbetexte, Flyer, Website-Abschnitte.
Beispiel-Prompt:
AIDA, Angebot: Familienwochenende, Zielgruppe: Familien
Beispiel-Output (kompakt):
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Attention: „Freitag – und du brauchst einen Plan fürs Wochenende?“
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Interest: „3 Kinderfilme + 1 Familienfilm, sofort passend.“
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Desire: „Kein Stress, klare Alterslabels, schnelle Empfehlung.“
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Action: „Bis Samstag 16 Uhr vorbeikommen oder telefonisch reservieren.“
8) CTA + Objections – Handlung und Einwände
Streng genommen sind das zwei Bausteine, die zusammen extrem stark sind.
CTA – Call to Action
Ziel: Konkrete nächste Handlung, passend zur Hürde.
Beispiel-Prompt:
CTA, lokale Videothek, Angebote: Filmabend Express, Familienwochenende, Klassiker-Pass
Beispiel-CTAs:
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„Heute vorbeikommen und in 60 Sekunden deinen Film finden.“
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„Jetzt reinkommen und Filmabend Express sichern.“
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„Kurz per WhatsApp reservieren: Titel + Abholzeit schicken.“
Objections – Einwände + Antworten
Ziel: Einwände sind Kauffragen in Verkleidung. Wenn du sie nicht behandelst, verlierst du kurz vor dem Ziel.
Beispiel-Prompt:
Objections, lokale Videothek, liste typische Einwände + kurze Antworten
Beispiel-Einwände (mit Antworten):
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„Ich habe doch Streaming.“ → „Wir sind für Raritäten, Klassiker und die Empfehlung in 60 Sekunden – ohne Scroll-Frust.“
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„Ich habe keine Zeit.“ → „In 5 Minuten bist du raus. Sag Stimmung + Genre, du bekommst 2–3 Treffer.“
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„Zu weit.“ → „Reservier vorher per WhatsApp/Telefon, wir legen es zurück – dann lohnt sich der Weg.“
So nutzt du das System in der Praxis
Der wichtigste Produktivitätshack: Mach alles in einem einzigen Chat-Thread. Dann baut die KI automatisch auf den vorherigen Ergebnissen auf. Du musst nicht jedes Mal die komplette Situation neu erklären.
Das System funktioniert außerdem nicht nur mit ChatGPT, sondern auch mit anderen KI-Tools (z. B. Gemini, Claude usw.). Entscheidend ist die Reihenfolge.
Kurz-Zusammenfassung: Die Reihenfolge, die Kampagnen „live-tauglich“ macht
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ICP – Wer ist dein Kunde?
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USP – Warum kauft er bei dir?
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Offer – Was genau kauft er (und warum ist es leicht)?
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Angle – Aus welcher Perspektive argumentierst du?
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Hook – Was stoppt den Scroll?
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PAS – Problem zuspitzen, Lösung liefern
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AIDA – Copy-Struktur für längere Texte
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CTA + Objections – Nächster Schritt + Einwände entschärfen
Wenn du diese Kette konsequent durchgehst, hast du innerhalb kurzer Zeit Zielgruppe, Angebot, Creatives, Copy-Strukturen, Handlungsaufforderungen und Einwandbehandlung – also alles, was du für eine vollständige Marketingkampagne brauchst.





