Du hast sicherlich schon von dem Begriff Preiselastizität der Nachfrage gehört. Aber wie genau passt das in die Welt des Marketings? In diesem Artikel erfährst du, wie diese im Marketing eingesetzt werden kann, um deine Preisstrategien zu optimieren.
Was ist die Preiselastizität der Nachfrage?
Diese misst, wie empfindlich die Nachfrage auf Preisänderungen reagiert. Sie wird oft als Prozentsatz ausgedrückt.
Ursprung und Entwicklung
Das Konzept wurde im 19. Jahrhundert von dem britischen Ökonomen Alfred Marshall eingeführt.
Preiselastizität im Marketing
Bedeutung der Preiselastizität
Die Preiselastizität kann dir wichtige Hinweise geben, wie du deine Preise festlegen solltest, um den Umsatz oder den Gewinn zu maximieren.
Beispiel aus der Praxis
Angenommen, du verkaufst ein Luxusprodukt. Eine hohe Preiselastizität könnte darauf hindeuten, dass eine Preiserhöhung zu einem starken Rückgang der Nachfrage führen würde.
Formeln und Berechnungen
Preiselastizität der Nachfrage = Prozentuale Änderung der Nachfrage / Prozentuale Änderung des Preises
Beispiel aus der Praxis
Angenommen, der Preis für ein Produkt steigt um 10% und die Nachfrage sinkt daraufhin um 20%.
Preiselastizität der Nachfrage = −20% / 10% = −2
Eine Preiselastizität von -2 bedeutet, dass die Nachfrage sehr empfindlich auf Preisänderungen reagiert.
Preiselastizität und Marketingstrategien
Anwendung in der Preisgestaltung
Mit dem Wissen kannst du gezieltere Preisstrategien entwickeln, z.B. Rabatte oder Premium-Preise.
Beispiel aus der Praxis
Ein Unternehmen könnte feststellen, dass die Nachfrage für ein bestimmtes Produkt unelastisch ist. In diesem Fall könnte eine Preiserhöhung den Gewinn steigern, ohne die Nachfrage signifikant zu beeinträchtigen.
Fazit: Preiselastizität als Schlüssel zum Marketingerfolg
Sie kann dir nicht nur helfen, deine Preise zu optimieren, sondern auch wertvolle Einblicke in das Verhalten deiner Kunden geben.
Erfahre in einem weiteren Artikel wie du den Customer Lifetime Value erhöhen kannst.
Ergänzung Oktober 2026
Mit der Elastizität kannst du schon vor einer Preisänderung abschätzen, was mit deinem Umsatz passiert. So gehst du vor:
- Ermittle eine Schätzung der Elastizität, zum Beispiel aus früheren Preisänderungen oder einem Preistest.
- Rechne die erwartete Absatzänderung aus: geplante Preisänderung in Prozent mal Elastizität.
- Vergleiche den Umsatz vorher und nachher. Bei einem Preis von 50 Euro, 1.000 verkauften Einheiten und einer Elastizität von minus 2 führt eine Preissenkung um 10 Prozent rechnerisch zu rund 20 Prozent mehr Absatz. Der Umsatz steigt dann von 50.000 auf etwa 54.000 Euro.
- Prüfe zusätzlich den Deckungsbeitrag. Ein höherer Umsatz bei niedrigerem Preis kann trotzdem weniger Gewinn bedeuten, wenn die Marge pro Stück stark schrumpft.
Typische Fehler:
- Das Vorzeichen übersehen. Die Elastizität ist meist negativ, viele Darstellungen nennen aber nur den Betrag.
- Kleine Testwerte auf große Preissprünge übertragen. Die Elastizität gilt nur ungefähr für den Bereich, in dem du sie gemessen hast.
- Kurzfristige und langfristige Reaktionen gleichsetzen. Kunden passen ihr Verhalten oft erst mit Verzögerung an.
- Die Reaktion der Wettbewerber ausblenden. Zieht ein Mitbewerber mit, fällt der erwartete Effekt kleiner aus.
- Die Elastizität für das ganze Sortiment annehmen, obwohl einzelne Produkte und Kundensegmente sehr unterschiedlich reagieren.



