Du kennst sicher die Marke Coca-Cola, oder? Aber wusstest du auch, dass sie Marketing-Experimente als eine ihrer stärksten Waffen einsetzen? Lass uns tiefer in dieses faszinierende Thema eintauchen und herausfinden, wie Coca-Cola seine Marketingstrategien revolutioniert.
Ein Gespräch unter Experten
Unser heutiges Thema basiert auf einer Diskussion zwischen Kelly Edwards und Romain Mallard. Kelly ist Partnerin bei Bain & Company, einer der weltweit führenden Unternehmensberatungen. Romain Mallard ist Global Vice President Marketing Network Operations & Capabilities bei Coca-Cola.
Warum Experimente?
Romain betont, dass wir uns von einer Welt der Meinungen zu einer Welt der Daten bewegen. Früher waren Marketingexperimente vor allem Technologiemarken vorbehalten. Aber jetzt übernehmen auch Konsumgütermarken wie Adidas und Coca-Cola diesen neuen Ansatz.
Die Vorteile von Experimenten
Romain hebt fünf Hauptvorteile von Marketingexperimenten bei Coca-Cola hervor:
- Kultureller Wandel durch groß angelegte Experimente: Experimente können helfen, die Unternehmenskultur zu verändern.
- Systematisches Lernen: Durch Experimente können Unternehmen systematisch lernen und sich weiterentwickeln.
- Überwindung der Angst vor dem Scheitern: Experimente ermutigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Neues auszuprobieren, ohne Angst vor Fehlern zu haben.
- Von Meinungen zu Fakten: Durch datengestützte Entscheidungen können Entscheidungen schneller getroffen werden.
- Neue Begeisterung bei Marketern: Die Arbeitsweise von Marketingteams wird revolutioniert, was zu mehr Begeisterung führt.
Was kommt als nächstes?
Für Romain sollte das Experimentieren den alten Ansatz ersetzen und zu einem grundlegenden Bestandteil des Marketings werden. Er glaubt, dass Experimente nicht nur im Marketing, sondern überall dort, wo beträchtliche Ressourcen und Geldmittel investiert werden, ohne dass ein klarer Lernplan vorliegt, Mehrwert schaffen können. Er nennt Bereiche wie Innovation, Nachhaltigkeit und E-Commerce bei Coca-Cola, die ebenfalls von einer Experimentierkultur profitieren würden.
Ergänzung Oktober 2026
Du musst kein Konzern sein, um mit Marketing-Experimenten zu starten. So setzt du ein erstes Experiment auf:
- Frage formulieren. Starte mit einer konkreten Unsicherheit, etwa: Bringt ein Video auf der Produktseite mehr Käufe als ein Bild?
- Hypothese schreiben. „Wenn wir ein Produktvideo zeigen, steigt die Kaufquote, weil Besucher das Produkt besser verstehen.“
- Kennzahl festlegen. Wähle eine Hauptkennzahl, hier die Kaufquote der Produktseite. Lege vorher fest, welcher Unterschied für eine Entscheidung reicht.
- Test aufsetzen. Teile den Traffic zufällig auf zwei Varianten auf. Ändere nur ein Element.
- Laufzeit planen. Lass den Test über volle Wochen laufen, damit einzelne Wochentage das Ergebnis nicht verzerren.
- Auswerten und dokumentieren. Halte Hypothese, Ergebnis und Entscheidung in einem gemeinsamen Experiment-Log fest.
Typische Fehler:
- Den Test zu früh beenden, weil eine Variante nach zwei Tagen vorne liegt.
- Mehrere Dinge gleichzeitig ändern und danach nicht wissen, was gewirkt hat.
- Nur erfolgreiche Tests teilen. Gerade gescheiterte Hypothesen verhindern, dass ein anderes Team denselben Versuch wiederholt.
- Experimente ohne Konsequenz. Lege vorher fest, was bei welchem Ergebnis passiert.
So wird greifbar, was Romain Mallard mit dem Weg von Meinungen zu Daten meint. Entscheidungen entstehen nicht in der lautesten Runde, sondern aus dokumentierten Ergebnissen. Fang mit kleinen, günstigen Tests an und mach daraus eine Routine.



