Don´t make me think – so gestaltest du deine Seite benutzerfreundlicher

Don´t make me think

Wie gestaltest du deine Seite und vieles mehr benutzerfreundlicher? Die Besonderheit: Gute Benutzerfreundlichkeit (Usability) wird in der Regel gar nicht explizit wahrgenommen, schlechte hingegen schon. Steve Krug erklärt in seinem Buch Don’t make me think! wie Websites wirklich benutzt werden und gerne wieder von den Usern besucht werden.

Was ist Usability?

Benutzerfreundlichkeit (Usability) bezeichnet das Ausmaß, in dem ein Produkt durch bestimmte Benutzer in einem bestimmten Anwendungskontext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen.

Laut Steve Krug hat die Usability folgende Eigenschaften:

  • nützlich: Kann es etwas, das Leute brauchen?
  • erlernbar: Können Leute herausfinden, wie es funktioniert?
  • einprägsam: Müssen sie es für jeden Gebrauch erneut lernen?
  • effektiv: Erledigt es seinen Job?
  • effizient: Tut es das in einem angemessenen Zeitraum und mit zumutbarem Aufwand?
  • begehrenswert: Werden Leute es wollen?
  • reizvoll: Ist der Gebrauch erfreulich oder macht er sogar Spaß?

Wie geht Steve Krug vor?

Steve beobachtet, wie User mit einer Website umgehen und welche Hindernisse sich ihnen bei der Informationssuche in den Weg stellen. Krugs Usability-Prinzipien dienen als Leitfaden für die eigene Arbeit. Mit einfachen Tests kann jeder seine Website ohne viel Aufwand so optimieren, dass sie den Usability-Kriterien entspricht und sich intuitiv anwenden lässt. Seine Erkenntnisse beruhen auf über zwanzig Jahren Erfahrung, die er bei Kunden wie Apple gesammelt hat.

Erstes Gesetz der Usability – Don´t make me think

Das bedeutet, dass eine Webseite klar sien sollte. Naheliegend. Selbsterklärend. Ich verstehen was die Seite darstellt und was man mit ihr machen kann, ohne lange überlegen zu müssen. Die Leute mögen es nicht drüber nachzudenken wie man etwas macht. Daher muss man die Fragezeichen eliminieren.

Wie wir das Web wirklich nutzen

  • Wir lesen keine Seiten, wir überfliegen sie.
  • Wir haben normalerweise ein Ziel.
  • Wir wissen, dass wir nicht alles lesen müssen.

Wir treffen keine optimale Wahl

Meist wählen die Leute nicht die beste Option – wir wählen die erste annehmbare Option, eine Strategie, die als Satisficing bekannt ist.

Warum suchen Web-User also nicht nach der besten Auswahl?

  • Meistens sind wir in Eile.
  • Das Abwägen von Optionen verbessert nicht unbedingt unsere Möglichkeiten.
  • Raten macht mehr Spaß.

Design zum Überfliegen, nicht zum Lesen

Nutze die Vorteile von Konventionen.

  • Wo sind Dinge auf einer Webseite positioniert (z.B. Logo, Suchleiste, Menü)?
  • Wie funktionieren Dinge (z.B. Einkaufswagen, Lieferadresse, Zahlungsmethode)?
  • Wie Dinge aussehen (z.B. Icons für die Suche, soziale Netzwerke)?

Erzeuge effektive visuelle Hierarchien.

Teile die Seiten in klar definierte Bereiche.

Lass keinen Zweifel darüber was anklickbar ist.

Minimiere das Rauschen.

  • Lärm: Viele Kaufeinladungen, Ausrufezeichen, Farben – es kann nicht alles wichtig sein.
  • Unordnung: Verwendung eines Rasters um Elemente auf einer Seite auszurichten.
  • Hintergrundrauschen: Speziell auf Startseiten sieht man viele verschiedene Inhalte.

Formatiere den Inhalt, damit er sich leichter überfliegen lässt.

  • Jede Menge Überschriften verwenden
  • Absätze kurz halten
  • Liste mit Gliederungspunkten
  • Schlüsselbegriffe hervorheben

Zweites Gesetz der Usability – Warum User einen gedankenlose Auswahl schätzen

Damit Hilfestellungen für die User funktionieren, ist diese am besten…

  • kurz: Die kleinste Informationsmenge, die mir weiterhilft.
  • rechtzeitig: So platziert, dass ich ihr beggne, wenn ich sie brauche.
  • nicht zu übersehen: So formatiert, dass sie mir auf jeden Fall auffällt.

Eine wichtige Erkenntnis ist: Lass nutzlose Wörter weg

  • reduziert das Rauschen auf der Seite
  • stellt nützlichen Inhalt deutlicher heraus
  • macht die Seiten kürzer

Lieber einfache Tests und dafür viele

Bei einer Usability-Test beobachtet man nur jeweils einen Anwender, wie er versucht, eine typische Aufgabe zu lösen.

Zusammenfassung

  • Finde heraus welches die wichtigsten Dinge sind, die Leute auf ihrer Seite machen wollen,und gestalte diese einfach und nahe liegend.
  • Sag dem User, was er wissen will.
  • Ersparen sie dem User Schritte, wo du nur kannst.
  • Kläre im Vorfeld, welche Fragen der User wahrscheinlich haben wird, und beantworte diese (FAQ).
  • Mach es dem User so leicht wie möglich..
  • Erleichtere es dem Userm sich nach einem Fehler wieder zurechtzufinden.

Grafik: CC0 Creative Commons pixabay johnhain

 

Comments are closed, but trackbacks and pingbacks are open.