Arbeitsweisen & Produktivität

Wie schreibe ich bessere Texte?

Wir schreiben jeden Tag eine Vielzahl von unterschiedlichen Texten. Dies können Produktbeschreibungen, Imagetexte oder auch Artikel für den Blog sein. Ein paar Grundregeln sollen Dir beim nächsten Text helfen.

Andreas Sobing · · aktualisiert · 2 Min. Lesezeit

Stifte in einem Betonbecher neben einem Stapel Zeitschriften und einer Kamera

Wir schreiben jeden Tag eine Vielzahl von unterschiedlichen Texten. Dies können Produktbeschreibungen, Imagetexte oder auch Artikel für den Blog sein. Ein paar Grundregeln sollen Dir beim nächsten Text helfen.

Viele Unternehmen schreiben für sich selbst (Wir sind so toll!) statt für ihre Zielgruppe (Das können Sie erwarten.).

Wer bin ich?

Für leserfreundliche Texte solltest Du die Besonderheit des angebotenen Produkts oder Service kennen.

Die Markenspezialistin Alina Wheeler hat ein einfaches Schema in ihrem Buch “Designing Brand Identity” hierfür entwickelt. Für diese vier schlichten Fragen sollen für den Kunden vier schlichte Antworten gefunden werden.

  1. Who are you? - Wer bist Du?
  2. Who needs to know? - Wer sollte das wissen?
  3. Why should they care? - Warum sollte die das interessieren?
  4. How will they find out? - Wie werden sie davon erfahren?

Lass uns die Fragen anhand eines Beispiels vom Unternehmen Brille24 verdeutlichen:

  1. Wir sind ein Online-Optiker für Menschen mit Sehschwäche.
  2. Brillen- und Kontaktlinsenträger sowie modebewusste Personen.
  3. Wir können als Direktanbieter günstige Preise für sonst teure Sehhilfen sowie eine einfache Bestellung dieser anbieten.
  4. Wir haben eine Webseite mit vielen Informationen inkl. Shop, arbeiten mit 90 Partneroptikern vor Ort zusammen, sind in den sozialen Netzwerken und haben einen Kundenservice.

Klare Antworten, einfache Worte verständlich formuliert. In den Antworten steckt viel Material zur weiteren Vermarktung.

  • Wer bist Du? = Frage nach dem Geschäftsmodell
  • Wer sollte das wissen? = Definition der Zielgruppe
  • Warum sollte die das interessieren? = Benennt das Alleinstellungsmerkmal (USP)
  • Wie werden Sie davon erfahren? = Beschreibt die Kommunikationskanäle

Für weitere Informationen zum Thema Schreiben empfehle ich das Buch “Clever texten fürs Web” von Petra von Laak sowie den dazugehörigen Blog.

Ergänzung Oktober 2026

Die vier Fragen von Alina Wheeler eignen sich auch als Briefing für jeden neuen Text. So gehst du vor:

  1. Beantworte jede Frage in einem einzigen Satz. Wenn du dafür mehrere Sätze brauchst, ist die Positionierung noch nicht klar.
  2. Lies die Antworten aus Sicht der Zielgruppe. Streiche Wörter, die nur intern verständlich sind.
  3. Leite aus der dritten Antwort die Überschrift ab. Sie enthält den Nutzen, nicht den Firmennamen.
  4. Leite aus der vierten Antwort ab, wo der Text erscheint. Eine Produktseite braucht einen anderen Aufbau als ein Social-Media-Beitrag oder ein Newsletter.

Ein Beispiel für eine Steuerkanzlei, die Gründer gewinnen will: Wer bist du? Eine Kanzlei, die Gründer im ersten Geschäftsjahr begleitet. Wer sollte das wissen? Menschen kurz vor oder nach der Gründung. Warum sollte sie das interessieren? Weil sie Fristen und Pflichten im ersten Jahr oft noch nicht kennen. Wie erfahren sie davon? Über Gründerportale, Suchmaschinen und Empfehlungen.

Typische Fehler:

  • Die erste Antwort beschreibt das Unternehmen statt das Angebot.
  • Die Zielgruppe ist zu breit, etwa „alle Unternehmen“.
  • Der Nutzen wird als Eigenschaft formuliert, zum Beispiel „langjährige Erfahrung“, statt als Vorteil für den Leser.

Wenn alle vier Antworten stehen, schreibst du den eigentlichen Text deutlich schneller, weil die wichtigsten Entscheidungen schon gefallen sind.

Grafik: CC0 Creative Commons pixabay kaboompics

Marketing-Handbuch · Kapitel 11: Content, SEO und Social Media

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