Wie funktioniert Design Thinking?

Der Ansatz vom Design Thinking ist es Probleme zu lösen und vor allem neue Ideen zu entwickeln. Hierbei gilt es sich in die Rolle des Nutzers zu begeben um Lösungen zu finden. Die Methode geht weit über die klassischen Design-Disziplinen hinaus. Design Thinking hilft dabei, mehr Ideen in kürzerer Zeit zu erforschen.

Entwickler der Methode sind Terry Winogard, Larry Leifer und David Kelley der Gründer der Design- und Innovationsagentur IDEO.

Beim Design Thinking können die Probleme besser gelöst werden, wenn Menschen aus verschiedenen Bereichen in einem kreativen Umfeld zusammenarbeiten. Die Fragen berücksichtigen die Bedürfnisse und Motivationen der Nutzer. Diese gehen weit über das reine Aussehen des Produktes hinaus. Die erstellten Konzepte werden mehrmals überprüft.

 

…with Design Thinking you can see two dots, that don’t make any sense, but somehow in your head you connect them in a new and different way. (Joe Gebbia: Airbnb)

Beim Design Thinking werden die Abläufe und Verhaltensweisen des Endnutzer analysiert. Lösungen und Ideen werden anhand von Prototypen möglichst früh mit dem Anwender getestet und das Feedback aufgenommen. Hierdurch werden praxisnahe Ergebnisse erzielt.

Die drei Komponenten der Innovationen und Problemlösungen

  • (technologische) Machbarkeit
  • (wirtschaftliche) Tragfähigkeit
  • (menschliche) Erwünschtheit

Erfolgsfaktoren des Design Thinking

  1. multidisziplinäre Teams
  2. variable Räume
  3. Design Thinking-Prozess

Multidisziplinäre Teams

Hier empfiehlt es sich in einem heterogenen Team aus fünf bis sechs Personen plus einem Moderator zu arbeiten. Diese besitzen verschiedene Funktionen  im Unternehmen (Fachwissen) sowie Neugier und Offenheit für andere Perspektiven.

Für den größtmöglichen Lerneffekt wird immer auf greifbare und konkrete Ergebnisse hin gearbeitet. Auch der regelmäßige Austausch mit anderen Teams ist ein wichtiger Faktor. Dank der kleinen Teams kann jede Perspektive berücksichtigt werden.

Design Thinking Prozess

Er führt Teams in iterativen Schleifen durch sechs verschiedene Phasen. Die einzelnen Schritte müssen nicht unbedingt nacheinander angegangen werden. Das Vor- und Zurückspringen in andere Phasen an einem beliebigen Zeitpunkt ist durchaus erwünscht. Das „frühe scheitern“ wirkt sich positiv auf das Ergebnis des Prozesses aus und spart dem Unternehmen wertvolle Ressourcen. (Prototyping – Fail often and early)

Verstehen: Abstecken des Problemraums (Glossar, gemeinsamer Arbeitsplatz, Recherche)

Beobachten: Empathie für Nutzer und Betroffene aufbauen (Interviews, Kundenumfragen, Marktforschung)

Sichtweise definieren: Zusammentragen der gewonnenen Erkenntnisse (Storytelling, Skizzen)

Ideen finden: Erschaffen einer Vielzahl von Lösungsmöglichkeiten, um sich dann zu fokussieren (Brainstorming)

Prototypen entwickeln: Entwicklung konkreter Lösungen sowie Tests mit den passenden Zielgruppen (Dummy, Storytelling)

Umsetzung: Anpassung und Verbesserungen nach Erhalt des Feedbacks in den Tests. Unter Umständen kann es vorkommen, dass ein Prototyp sowie die Idee wieder verworfen wird.

Variabler Raum

Auch die räumlichen Gegebenheiten sind ausschlaggebend für den Kreativprozess im Team. Bestandteile sind flexibel bewegbare Möbel, Whiteboards und Präsentationsflächen sowie Materialien zur prototypischen Gestaltung, z.B. Lego oder Pappe. Der Hintergedanke dabei ist, dass Gedanken und Wissen für alle sichtbar gemacht werden. Zusätzlich sind auch Rückzugsmöglichkeiten sinnvoll, um bei Bedarf ungestört arbeiten zu können.

Tipps für erfolgreiches Design Thinking

Die Empfehlungen stammen von Tim Brown aus dem Harvard Business Review.

Beginne mit dem Anfang

Design Thinking direkt vom Beginn des Innovationsprozesses verwenden, noch bevor eine Richtung festgelegt wurde.

Verwenden eine am Menschen orientierte Herangehensweise

Human-centered Design erfasst unerwartete Einsichten und führt zu Innovationen, die den Konsumentenwünschen besser entsprechen.

Suche externe Hilfe

Kollaborationsmöglichkeiten mit Kunden und Konsumenten lassen sich sehr gut durch Websevices realisieren.

Verfolge kleine und große Projekte

Es werden im Innovationsprozess sowohl kurzfristige,inkrementelle Ideen als auch langfristigen, revolutionären Ideen verwaltet.

Passe die Budgetierung an die Innovationsgeschwindigkeit an

Es sollten nicht allzu starre Budgetzyklen vorhanden sein. Sei bereit, den Finanzierungsansatz zu überdenken um flexibel handeln zu können.

Finde Talente auf allen möglichen Wegen

Durch entsprechende Einstellungen und Training wird die Basis für Design Thinking geschaffen.

Beachte den vollen Designzyklus

Sorge dafür, dass der Design-Prozess voll durchlaufen wird. Dadurch können bessere Entscheidungen getroffen und positive Langzeiteffekte erzielt.

Auf die Ohren

Doch wie funktioniert Design Thinking eigentlich in der Praxis? Erfahre mehr in der fünften Folge des HPI-Podcasts Neuland.

Grafik 1: CC0 Creative Commons pixabay Epicantus
Grafik 2: CC0 Creative Commons Wikimedia Deutschland e. V.
Grafik 3: Hasso-Plattner-Institut: Was ist Design Thinking

Ein Gedanke zu „Wie funktioniert Design Thinking?“

Kommentare sind geschlossen.